GOLF TIME 4/2026
18-Loch-Platz ein großes Putting grün, eine Drei-Loch-Übungsanlage, vier Abschlaghütten und eine Driving Range.
können, wie es sich anfühlt, mehrere Tage hintereinander ein großes Zähl spiel zu bestreiten? Der damalige Head Pro, Clive Smailes, griff den Ge danken auf und entwickelte daraus die Ausschreibung: vier Turniertage, Zählspiel und vor allem kein Cut. Die Premiere fand im Juli 2000 statt, 45 Spielerinnen und Spieler stellten sich damals der Herausforderung. Aus diesem vergleichsweise kleinen Feld entwickelte sich ein Turnier, dessen Teilnehmerzahl später auf maximal 192 begrenzt werden musste. Heute gilt die Grambek Open als größtes Amateur-Golftur nier Schleswig-Holsteins und als eines der traditionsreichsten Ama teurturniere Deutschlands. 2026 ging das Format vom 6. bis 9. August in seine 27. Auflage – und noch immer gilt der ursprüngliche Gedanke: einmal spielen wie die Profis. EIN TURNIER MIT EIGENER DRAMATURGIE Das Besondere liegt dabei im For mat: Vier Runden Zählspiel hinter einander sind für Amateure un gewöhnlich. Es gibt keinen Cut und damit auch keine Möglichkeit, nach zwei weniger gelungenen Tagen einfach abzureisen. Jeder muss bis Sonntag durchhalten – sportlich, körperlich und mental. An den ersten beiden Tagen bleiben die Flightpartner zusammen, erst danach wird nach Ergebnissen neu aufgestellt. Am Samstag starten dann die Besten zuerst, am Finaltag dreht sich die Reihenfolge um. Wer am Sonntag im letzten Flight von Tee 1 abschlägt, weiß deshalb ziem lich genau, was auf dem Spiel steht. Hinzu kommt eine Turnierlogistik, die für ein Amateur-Event bemer kenswert ist. Gestartet wird in meh reren Wellen über die Tees 1 und 10. Bei besonders großen Austragungen konnten dadurch bis zu 192 Teilneh mer auf die Runde geschickt werden. An ausgewählten Stellen unterstüt zen Forecaddies die Spieler und hel fen dabei, die Spielgeschwindigkeit hochzuhalten. Diese Aufgabe über nehmen Mitglieder des Clubs ehren amtlich. Ihre gelben Shirts gehören inzwischen zum Erscheinungsbild der Grambek Open. Besonders der Sonntag besitzt ein Ritual, das längst Teil der Turnieridentität geworden
GELEBTER VEREIN STATT ANONYMER GOLFBETRIEB
Mindestens ebenso wichtig wie der Platz ist in Grambek das Vereinsle ben. Der Golf-Club Gut Grambek ist ein gemeinnütziger, ehrenamtlich von seinen Mitgliedern geführter Verein. Im eigenen Leitbild stellt der Club Gemeinschaft, Willkommens kultur und die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Altersgruppen und Spielstärken in den Mittelpunkt. Dazu gehört auch der Blick über den eigenen Platz hinaus: Bereits 2017 verständigten sich Gut Grambek, der GC am Sachsenwald, der GC Jers bek und der GC Großensee auf eine Kooperation. Seit dem 1. Januar 2026 gehört nun auch der GC Hoisdorf dazu. Unter dem Namen „Wir PLUS4“ können Mitglieder mit entsprechen der Zusatzvereinbarung auf fünf Anlagen im Hamburger Osten spie len. Die Mitgliedschaft PLUS kostet aktuell 120 Euro pro Person und Jahr und ermöglicht in den Partnerclubs greenfeefreies und unbegrenztes Spiel. Die Kooperation geht aber über reine Spielrechte hinaus. Mit dem „Wir PLUS4-Cup“ und den „Wir PLUS4 Open“ entstanden eigene Turnierfor mate, durch die sich die Mitglieder der beteiligten Clubs kennenlernen und alle fünf Anlagen im Wettbe werb erleben können. Damit steht die Zusammenarbeit für eine Ent wicklung, die im Golf zunehmend an Bedeutung gewinnt: Clubs müssen nicht zwangsläufig miteinander kon kurrieren. Gemeinsame Angebote können das Spielangebot vergrößern und gleichzeitig das Vereinsleben über die Grenzen der eigenen Anlage hinaus erweitern. VIER TAGE WIE DIE PROFIS Wie stark Turniergolf und Gemein schaft in Grambek miteinander verbunden sind, zeigt sich jedoch wohl nirgendwo deutlicher als bei den Grambek Open. Die Geschichte des Turniers begann im Jahr 2000 mit einer Idee des damaligen Spiel führers Rüdiger Holst. Warum sollten Amateure nicht einmal erleben
Golfidylle im Naturpark Lauenburgische Seen: Der Golf-Club Gut Grambek
auf den offeneren Löchern noch vergleichsweise großzügig agieren kann, muss später präziser spielen, den Ball kontrollierter platzieren. Dennoch versteht sich Gut Gram bek ausdrücklich nicht als Platz, der überwiegend niedrige Handicaps erfordert. Die Anlage soll unter schiedlichen Spielstärken gerecht werden – ein Ansatz, der zum Selbstverständnis des Clubs passt. Ein weiterer Vorteil liegt buchstäb lich unter den Füßen. Der sandige Untergrund lässt Niederschläge vergleichsweise schnell versickern, weshalb sich Gut Grambek als „Platz für alle Jahreszeiten“ sieht. Zur Infrastruktur gehören neben dem
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