GOLF TIME 4/2026
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I ch habe es Ihnen gesagt! In zahlreichen Kolumnen wurde ich nicht müde, das krachende Scheitern der LIV Tour zu pro phezeien. Und nein, es hat mich nicht überrascht, dass es volle vier Jahre gedauert hat. So viel Zeit braucht man eben, wenn man schlanke fünf Milliarden Euro mit viel Getöse aus dem Fenster wer fen möchte. Die geradezu göttliche Gerechtigkeit schmeckt leider nur vordergründig süß, denn wäh rend sich die Hauptdarsteller der LIV Tour mit prall gefüllten Bank konten trösten können, werden zahlreiche Dienstleister auf ihren Forderungen sitzen bleiben und unzählige Familien in finanzielle Schieflage geraten. Nach dem Insolvenzantrag lüf tete sich der Schleier aus Heiße Luft-Rhetorik, der die Saudi-Tour seit dem ersten Tag umwaberte. Offenbart wurde, dass der Pub lic Investment Fonds nicht nur 4,5 Milliarden Euro verloren hat, sondern die komplette LIV-Saison 2026 allein durch ein 450-Mio.- Euro-Darlehen finanziert wurde. Diese Unsumme reichte jedoch nicht einmal aus, um den Spiel plan vollständig umzusetzen.
THE LIVing DEAD... Die LIV Tour ist ein Totalschaden und steht sinnbild lich für die abstoßende Infiltration des Sports durch superreiche Despoten – eine Status-Quo-Analyse.
Leider sieht sich die LIV Tour auf grund dieser Entwicklungen der zeit außerstande, die medienwirk sam annoncierte Zuwendung von 1,5 Millionen Euro zugunsten der UN-Flüchtlingshilfe auszuzahlen. Da sportlich noch gerettet wer den soll, was von Anfang an ver loren war, zählt man nun auf die Loyalität jener Spieler, deren Illoyalität diese Liga erst ermög lichte. Die Insolvenzbedingungen verlangen, dass man sich mit so vielen Spielern einigen muss, dass diese in Summe zwei Drittel der DAS GÖTZITAT
wird die ehemaligen Revoluzzer bis zum 13. Oktober garantiert nicht einmal mit der Kneifzange anfassen. Nämlich bis das unab hängige Insolvenzgericht in New Jersey zweifelsfrei dokumentiert hat, welche Spielerverträge noch aktiv sind. Allzu große Hoffnungen würde ich mir anstelle der LIV Golfer der zweiten Reihe jedoch nicht auf einen Ruf aus Ponte Ve dra Beach machen. Für sie heißt es dann wohl: „Viel Glück bei der Ma gical Kenya Open“, um einen ers ten mühsamen Schritt zurück auf die große Golfbühne zu vollführen. Ein paar der zugkräftigen Na men wie Jon Rahm, Joaquin Nie mann oder Tyrrell Hatton könnten, wenn sie Glück haben, eine Spiel berechtigung auf der PGA Tour in Aussicht gestellt bekommen. Je doch nicht, bevor sie den Gang nach Canossa angetreten und ein paar drakonische Strafen erduldet haben. Ob dies passiert, entschei det PGA-Tour-CEO Brian Rolapp allerdings gemeinsam mit den Mitgliedern der PGA Tour. Und die dürften wahrscheinlich kein Prob lem damit haben, wenn die Ehe maligen genau das bleiben wür den… GT
gesamten Spieler geld-Forderungen von ca. 60 Mio. Euro repräsentieren. Mit anderen Worten: Die Liga braucht ein paar Dumme, de nen noch erhebli che Summen zuste hen und die bereit sind, beim Himmel fahrtskommando „LIV 2.0“ mitzuma chen.
Auf der Habenseite stehen gerade ein mal die lächerlichen Erlöse aus vier Jah ren LIV-Merchan dising von etwas mehr als 4,5 Mil lionen Euro Beim Masters generiert man mehr als das Doppelte – täg lich! Hinzu kommt die gleiche Sum
„NACH DEM INSOLVENZANTRAG LÜFTETE SICH DER SCHLEIER AUS HEISSE-LUFT-RHETORIK, DER DIE SAUDI-TOUR SEIT DEM ERSTEN TAG UMWABERTE.“
Ein Großteil der Spie ler versucht deshalb eiligst, das havarierte Schiff zu verlassen und den sicheren Hafen der PGA Tour zu erreichen. Denn trotz des In solvenzverfahrens existieren noch zahlreiche bindende Verträge mit der LIV Tour. Im Hintergrund trick sen deshalb dieselben Berater, die ihre Klienten überhaupt erst zu LIV überredet haben, hektisch herum, um die Rolle rückwärts hinzube kommen. Die PGA Tour ihrerseits
me aus dem Medienrechtever trag, mit dem das Produkt an die nicht vorhandenen Zuschauer ge bracht wurde. Abschließend wur den noch 1,5 Mio. Euro Barmittel in einer Sofaritze des ansonsten gähnend leeren Geldspeichers ge funden. Kein Wunder, griffen doch die zahllosen hochbezahlten Füh rungskräfte jährlich im Schnitt eine Viertelmillion Euro „Spesen“ über ihre Firmenkreditkarten ab.
GÖTZ SCHMIEDEHAUSEN Ambitionierter Hobbygolfer mit variablem Handicap
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