GOLF TIME 5/2019

GOLFERS KREUZ MIT DEM „KREUZ“ T äglich haben es Ärzte, die das Be- wegungsorgan behandeln, mit Golfern zu tun, die entweder schon Rücken- schmerzen haben, bevor sie mit dem VERSPANNUNG Mit einem kleinen Trick Bänder und Wirbelsäule entlasten.

DR. MED. NORBERT DEHOUST Lehrstellenleiter der deutschen Gesell- schaft für Manuelle Medizin (MWE) und der österr. Arbeits- gemeinschaft für Manuelle Medizin (ÖAMM), Hcp –4,1

die Symptomatik und die Verspannungen im unteren Rücken animieren die Geplagten oft zu Dehnungsübungen, ohne dass damit aller- dings langfristig eine nachhaltige Verbesse- rung erzielt werden kann. In nicht wenigen Fällen sind Bandsysteme die Ursache. Sie haben die Aufgabe, den Übergang von unterer Lendenwirbelsäule und Becken- gürtel zu stabilisieren. In den Bild gebenden Verfahren liefern sie allerdings nur wenig Hinweise auf Fehlfunktion oder Läsionen. Auch übermäßige Drehbewegungen können schon empfindliche Bandsysteme belasten. BESSER DREHEN, OHNE ZU DREHEN! Gelernt haben wir vom Golf-Pro, dass wir den Oberkörper gegen den mit den Füßen im Boden fest verankerten Unterkörper dre- hen sollen („locking down the lower body“). Bei empfindlichen Bandsystemen, die den Beckengürtel mit der Lendenwirbelsäule verbinden und stabilisieren sollen, kommt es dadurch zu Reizungen, die dann vor allem in den Ruhephasen nach dem Golfspielen spürbar werden. Frühes Abheben der Fersen, sowohl beim Rückschwung als auch beim Durchschwung, kann hier Abhilfe schaffen und es ermög- lichen, dass man ohne große Belastung der Bänder den Schultergürtel weit genug drehen kann. Ganz so wie Altmeister Jack Nicklaus es immer schon gemacht hat! STABILISIEREN SIE DIE STABILISATOREN! Regelmäßiges muskuläres Stabilisationstrai- ning ohne Belastung der empfindlichen Band- systeme erzielen Sie durch Bodenübungen wie den Flankenstand oder „Brückenbildung“ in Rücken- oder Bauchlage, anfangs dosiert, langsam steigernd unter guter Kontrolle und nicht lange. GT

Golfspielen beginnen, oder vom Golf spie- len erst Rückenschmerzen bekommen, was gleichermaßen die Freude an diesem schönen Sport verleidet. Ohne auf die gesamte Bandbreite der mög- lichen Ursachen eingehen zu wollen, möchte ich Ihnen eine nicht so seltene Problematik aufzeigen, die häufig durch das Raster der Diagnostik fällt. In Bild gebenden Verfah- ren, wie Röntgen und MRT, ist oft nicht viel zu sehen, was die Symptomatik erklären könnte, wohingegen mit einfachen Schwung- Anpassungen oder Übungen oft eine deut- liche Erleichterung zu verzeichnen ist. Bei der Symptomatik spricht der leidende Golfer oft von einem Gefühl der Spannung im unteren Rücken, von einem gürtelförmi- gen Schmerz, teilweise ist bei längerem Ste- hen auf der Stelle, z. B. beim längeren Warten am Abschlag sogar vom „Gefühl des Abbre- chens“ die Rede. Forsches Gehen auf den gefederten Wiesen bessert in einigen Fällen

VORBILD Jack Nicklaus, der 18-fache Major- Sieger, macht es vor: Frühes Abheben der Fersen sowohl beim Rückschwung als auch beim Durch- schwung entlastet die Bänder

BRÜCKENBILDUNG (bridging) Demonstriert von Dr. Norbert Dehoust

FLANKENSTAND Vijay Singh unter Supervision von Dr. Dehoust

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GOLF TIME | 5-2019

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