GOLF TIME 6/2021

SERIE | DIE BESTEN GOLFER ALLER ZEITEN

ERSTAUSTRAGUNG 1927 Das Britische Team mit Samuel Ryder vor den Matches

Manchester, machte jedoch nie seinen Ab- schluss. Stattdessen begann er seinen Unter- halt mit dem Handel von Pf lanzen und Samen zu verdienen und stieg später als Partner in den väterlichen Betrieb ein. 1895 zog Ryder nach St. Albans, wo er heira- tete und eine Familie gründete. Während der folgenden Jahre baute er sein Unternehmen „Heath & Heather Limited“ auf, das sich auf den Verkauf und Versand von Blumen- bzw. Pf lanzensamen in kleinen Päckchen – den sogenannten „Penny Seed Packets“ spezia- lisierte. Acht Jahre später beschäftigte der clevere Geschäftsmann 90 Mitarbeiter, dar- unter seine Frau und seinen Bruder James. Er war inzwischen ein reicher und angesehener Geschäftsmann und bereiste die ganze Welt – auf Kosten seiner Gesundheit. SPÄTE FÜGUNG Im Alter von 50 Jahren hatte Ryder ernste gesundheitliche Probleme, von denen er sich nur langsam erholte. Eines Tages machte sein Pfarrer und Freund Frank Wheeler den Vorschlag: „Was du brauchst, ist frische Luft und Bewegung. Komm mit auf den Golfplatz und wir schlagen ein paar Bälle.“ Ryder nahm

die Einladung an und machte 1908 auf dem Golfplatz in Cunningham Fields seine ersten Schwünge – dies war die eigentliche Geburts- stunde des Ryder Cups. ERSTER VERGLEICHSKAMPF Anfang der 1920er hatte es Ryder zu einem bekannten und geschätzten Geschäftsmann gebracht. Er war inzwischen Ehrenmitglied in diversen Golfclubs, spielte Handicap –6 und hatte sich ein Übungsloch in seinen Garten bauen lassen. Für 1.000 Pfund Jahres- salär hatte er zudem den Pro Abe Mitchell als Privat-Trainer engagiert. Bei einem inoffiziellen Vergleichskampf zwischen amerikanischen (angereist für die British Open im Royal Lytham & St. Annes) und britischen Pros am 4. und 5. Juni 1926 in Wentworth kam Ryder die Idee eines jährlich ausgetragenen Turniers gleichen Formats. Dabei muss erwähnt werden, dass bereits zuvor, 1921, ein ähnlicher Vergleichskampf in Gleneagles, Schottland, ausgetragen wor- den war, den die Briten mit 9 zu 3 gewonnen hatten. Bei der Austragung 1926 fungierten Ted Ray und Walter Hagen als Kapitäne der jewei- ligen Teams. Durch Ryders Einf luss war auch

SAMUEL RYDER » geb. 24.3.1858, Preston, England » gestorben 2.1.1936, London, England » bestes Handicap: –6 » Errungenschaft: Ideengeber, treibende Kraft und Sponsor des nach ihm be- nannten Ryder Cups. Ehrenmitglied des Verulam GC, St. Albans, Vizepräsident des Stratford-upon-Avon GC, Bürger- meister von St. Albans von 1905–1913. Erfinder der „Penny Seed Packets“

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